Idee für Kurzszene

Es soll eine vorbereitete Theater-Kurzszene für eine Person werden, ungefähr zwei Minuten lang. Ich darf sprechen, aber handeln und fühlen sind wichtiger. Es soll schließlich keine Kabarett-Nummer werden. Nachdem ich am letzten Mittwoch eine wenig plausible Handlung gewählt hatte, soll mein Auftritt diesmal glaubwürdig und mitreißend zugleich sein.

Im Laufe der letzten Tage dachte ich immer wieder an diesen Auftritt. Nach und nach setzten sich die einzelnen Handlungselemente zusammen, es fielen mir immer bessere Begründungen für meine Tätigkeiten ein. Warum verlasse ich den Raum? Das war die zentrale Frage, erst dachte ich an einen fehlenden Wecker, aber der Wasserbecher ist wesentlich dramatischer.

Ort

Schlafzimmer oder Studio, sichtbar ist ein Bett rechts und ein Stuhl neben dem Bett in Richtung Tür, auf dem Stuhl liegen Kleider, eine Hose sollte dabei sein, in einer Hosentasche ein Mobiltelefon

Zeit

Nacht

Requisiten draußen

Metallbecher mit Wasser, Lappen

Handlung

Die Anfangsemotion ist Müdigkeit. Ich muss vor dem Erscheinen auf der Bühne in diese Emotion reinkommen. Sollte nicht weiter schwierig sein, ich denke einfach an die Instruktionen vom Autogenen Training (meine Arme sind ganz schwer usw.)

Ich betrete die Bühne, schläfrig. Ich sehe das Bett, da ist mein Ziel. Aber ich habe es nicht eilig. Ich gehe langsam zum Bett und setze mich darauf. Ich möchte mich bettfertig machen, ziehe einen Schuh aus.

Plötzlich bemerke ich diese Trockenheit im Mund. Ein Glas Wasser wäre super jetzt. Ich streife den Schuh wieder über und gehe raus.

Ein Helfer verrückt den Stuhl in meiner Abwesenheit. Nicht viel, eine Drehung um vielleicht 45° vielleicht.

Ich komme wieder rein mit dem vollen Wasserbecher, schließe die Tür. Ich trinke, es tut gut. Ich bemerke den veränderten Stuhl, lasse den Becher fallen. Es gibt ein lautes Geräusch, das Wasser spritzt, meine Aufmerksamkeit verlagert sich auf die Pfütze vor mir. Ich gehe raus, den Lappen holen.

Nochmals wird der Stuhl verändert, diesmal einen halben Meter verstellt und gedreht.

Ich komme rein, wische die Pfütze auf. Dann fällt mein Blick auf den Stuhl. Ich bin irritiert, werde zunehmend nervös. Ich laufe im Zimmer umher, prüfe das Fenster. Es kann nicht sein, ich muss mir das alles einbilden. Ich setze mich aufs Bett.

Ich nehme das Mobiltelefon und rufe jemanden an. Ich bin verwirrt, ängstlich und bitte um Asyl. Ich verlasse das Zimmer, erleichtert.

Ein durchdringender Schrei, mein Körper wird gegen die Tür geworfen. Stille.

Vorhang (wenn einer da wäre)

Okay, es ist ein bisschen Thriller-mäßig. Aber ich mag einfach keine Happy-Ends. Alternativ könnte man ein “es war alles nur ein Traum”-Ende machen, aber das finde ich auch weniger spannend.

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