Skitouren im Safiental

Alles hatte ich probiert: Snowboard, Abfahrtski, Schneeschuhlaufen, Langlauf, mal mehr, öfter weniger erfolgreich. Aber eine Wintersportart fehlte mir noch in meiner Erfahrungssammlung – Skitouren. In den Prospekten stellen sich Skitouren immer als einsame Aufstiege und rasante Abfahrten durch unberührten Pulverschnee dar, beides natürlich unter strahlend-blauem Himmel.

Skitour

In der breiten Palette der Wintersportarten kann man Skitouren irgendwo zwischen Abfahrt und Schneeschuhlaufen einordnen. Die verwendeten Skier sehen ungefähr so aus wie Abfahrsskier, jedoch sind sie meist leichter. Die Bindungen erlauben die beidseitige Fixierung des Skischuhs zur Abfahrt oder die einseitige Fixierung vorn zum Aufstieg. Zusätzlich klebt man beim Aufstieg noch Steighilfen (Felle) dran. Dafür gibt es an den Fellen eine Leimschicht und Einhängbügel. Mit diesen Vorrichtungen kann man problemlos Hänge hochlaufen, die Rutschfähigkeit hält sich aber stark in Grenzen.

Winterlandschaft

Am letzten Wochenende war ich zum ersten Mal auf einer Skitour dabei, organisiert von Höhenfieber. Im Safiental waren wir unterwegs, der Höhepunkt war die Bezwingung des Strätscherhorns (2575 m) am Samstag. Die Bedingungen waren alles andere als optimal. Die Lawinenwarnstufe war erheblich, eine Woche zuvor waren sogar im gleichen Tal zwei Tourengänger bei einem Lawinenunfall ums Leben gekommen. Der Fön wehte sehr stark und es war an den Vortagen recht warm gewesen, wodurch sich an einigen Stellen eine harte Schneeschicht bildete. Darauf ließ sich schlecht abfahren, im Falle eines Falles sank man tief ein und musste sich mühsam befreien. Mir ging das recht häufig so, ich war auch eine Weile nicht mehr Abfahrtsski gefahren. Manchmal verschwand eine Skispitze auch unter der harten Harschschicht, dann musste ich den Ski mühevoll hangaufwärts rausziehen. Aber am Ende war es ein spannendes Erlebnis und alle kamen heil unten an.

Morgenstimmung

Einen Verlust musste ich jedoch verkraften – meine heißgeliebte Thermosflasche blieb am Berg, bei der Abfahrt vom Strätscherhorn und einem meiner zahlreichen Stürze muss ich sie verloren haben. Ich hätte sie nicht außen am Rucksack anbringen sollen. Jetzt liegt sie irgendwo unter einer dichten Schneedecke, es müsste sich sogar noch der Aufkleber mit “mathias” darauf befinden, ihn hatte ich am Vortag angebracht, zur Unterscheidung von Dutzenden anderen Thermoskannen im bis auf den letzten Platz gefüllten Turrahus.