Den Bundestag als Auslandsdeutscher mitwählen

Wenn ihr, so wie ich, im Ausland lebende Deutsche seid, solltet ihr demnächst euren Wahlschein beantragen. Der Stichtag ist der 6. September, bis dahin muss der Antrag bei der Gemeinde eingehen, wo ihr zuletzt gewohnt habt. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr keinen Wohnsitz mehr in Deutschland habt, sonst gehen die Wahlunterlagen ohnehin an diese Adresse.

Den notwendigen Antrag gibt es auf der Seite des Bundeswahlleiters, genauer auf der Seite Ausfüllhinweise und Antrag für Auslandsdeutsche. Also einfach ausfüllen und zur Gemeindeverwaltung schicken.

Diese Prozedur mag etwas kompliziert klingen, aber es muss ja alles überprüft werden, damit niemand seine Stimme doppelt abgibt. Die viel kompliziertere Frage ist aber, welche Partei man wählen soll. Der Sachzwang einer eklatanten Neuverschuldung zur Rettung insolventer Banken lässt wenig Handlungsspielraum für Politik. Die Profile der Parteien ähneln sich immer mehr, die Kanzlerin meidet jegliche Konfrontation und konkrete Äußerung, die SPD liegt am Boden, die Grünen haben koalitionstechnisch wenig Chancen, die Linke kann ohnehin nicht mitregieren, die FDP träumt von der Macht in einer schwarz-gelben Koalition — es entwickelt sich ein lähmendes Vielparteiensystem mit immer weniger schlagkräftigen Koalitionsoptionen. Der Sieg der CDU scheint schon festzustehen, stellt sich eigentlich nur noch die Frage nach dem Juniorpartner. Dennoch, eine hohe Wahlbeteiligung ist wichtig, nutzt also euer Wahlrecht!