Heinrich Harrer: Sieben Jahre in Tibet

Er war eine der markantesten Persönlichkeiten des Bergsports, der Österreicher Heinrich Harrer, umstritten bis zuletzt wegen seiner von ihm bestrittenen, aber später nachgewiesenen Mitgliedschaften in der NSDAP, SA und SS. Im Juli 1938 gelang ihm mit drei anderen Bergsteigern die Erstbegehung der legendären Eiger-Nordwand.

Das Buch setzt 1939 ein, als Harrer zur Erkundung des Nanga Parbat nach Indien aufbrach. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden alle Expeditionsteilnehmer gefangen genommen und interniert. Nach einigen glücklosen Fluchtversuchen gelang Heinrich Harrer zusammen mit einigen Mitgefangenen der Ausbruch aus dem Internierungslager. Zusammen mit Peter Aufschnaiter schlug er sich zu Fuß mehr als 2000 km durch fast menschenleere Landschaften bis nach Lhasa, der Hauptstadt des damals noch unabhängigen Tibet durch. Eindrucksvoll beschreibt er die Feindseligkeit des Landes, Fremde waren nicht gern gesehen und wurden stets wieder des Landes verwiesen. Und ohne die Möglichkeit Lebensmittel zu kaufen war jeder Versuch, weiter ins Landesinnere vorzustoßen, zum Scheitern verurteilt. Es grenzte deshalb an ein kleines Wunder, dass es die beiden schafften, bis nach Lhasa zu kommen. Sie wurden dann dort freundlich aufgenommen und blieben bis zum Einmarsch der Chinesen 1950. Harrer freundete sich sogar mit dem jungen 14. Dalai Lama an und brachte diesem viel über die westliche Lebensart bei.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es ist packend geschrieben und vermittelt einen guten Eindruck von der Flucht und den tibetischen Bräuchen und Sitten. Es ist eher eine Reportage und weniger ein literarisches Werk. Im Vergleich zum 1997 entstandenen Film mit Brad Pitt als Heinrich Harrer weist das Buch sehr viele Unterschiede auf und vermittelt ein umfassenderes Bild.