Tom Stoppard – Arkadien

Wir, also die studentische Theatergruppe akitiv, suchen zur Zeit nach einem Stück und einem Regisseur für die nächste Produktion. Das Stoppard-Stück haben wir als einen von drei Kandidaten angelesen.

Inhalt

Das Stück spielt auf zwei Zeitebenen. Am Beginn des 19. Jahrhunderts erleben wir auf einem englischen Landsitz eine amoröse Affäre. Die Frau des anscheinend völlig unbegabten Schriftstellers Ezra Chater wurde mit dem Hauslehrer Septimus Hodge in “fleischlicher Umarmung” im Park beobachtet. Der gehörnte Gatte fordert Hodge zum Duell, jedoch kann sich dieser geschickt aus der Affäre ziehen. Es gibt zahlreiche Dialoge zwischen Hodge und seiner frühreifen Schülerin Thomasina zu wissenschaftlichen Themen, Fermats letzter Satz, Thermodynamik, Fraktale Geometrie und viele weitere Themen finden Erwähnung. Später wird auch Lord Byron erwähnt, der kurz zu Besuch weilt.

In der Jetztzeit prallen die Schriftstellerin Hannah Jarvis und der ambitionierte Literaturwissenschaftler Bernard Nightingale aufeinander. Beide forschen im gleichen Landhaus, wo die andere Zeitebene spielt. Während Jarvis sich mit dem Park und einer darauf befindlichen Eremitage beschäftigt, möchte Nightingale unbedingt nachweisen, dass Lord Byron im Duell Ezra Chater getötet hat. Damit wäre ein Rätsel in der Biografie Byrons gelöst, nämlich seine plötzliche Abreise aus England im Jahr 1809.

Eindruck

Das Stück enthält extrem viele feinsinnige, humorvolle Anspielungen und war schon beim Lesen recht lustig. Der häufige Wechsel zwischen den Zeitebenen und die damit verbundene Frage nach der Interpretation historischer Quellen sind kurzweilig und unterhaltsam. Jedoch sind von den Zuschauern eine rasche Auffassungsgabe und hohe Allgemeinbildung gefordert, um speziell den wissenschaftlichen Gesprächen folgen zu können. Hier hätte ich gewisse Bedenken, ob sich dadurch wirklich alle unsere Zuschauer angesprochen fühlen, die sich vor allem aus Verwandten und Bekannten zusammen setzen und nicht so oft ins Theater gehen.