Nick Hornby – A Long Way Down

Es ist eins der lustigsten Bücher, die ich gelesen habe – und dazu noch mit einer originellen Struktur. Vier Menschen aus London wollen sich am Silvesterabend umbringen, alle suchen sich das gleiche Hochhaus aus. Durch das Hinzukommen der anderen springt letztlich keiner. Stattdessen setzen sich alle vier eine neue Frist, bis zum Valentinstag wollen sie es nochmal probieren. Schon diese Idee einer eingeschworenen Verlierertruppe ist genial, denn so prallen vier völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander: Der zynische TV-Kommentator Martin hatte Sex mit einer Minderjährigen, wodurch er ins Gefängnis wanderte, seine Anstellung bei einem guten Sender verlor und seine Familie verließ. Die naive Seele Maureen opfert sich für ihren behinderten Sohn Matty auf. Die durchgeknallte Göre Jess wurde gerade von ihrem Freund sitzen gelassen und der ehemalige Musiker JJ trauert seiner aufgelösten Band und seiner Ex-Freundin hinterher.

Nick Hornby lässt diese vier illustren Gestalten abwechselnd erzählen, jeder hat seine eigene Sprache, was die Figuren sehr plastisch macht. Ich fand lediglich das versöhnliche Ende etwas bemüht, nachdem vorher vor allem Martin und Jess gegen jedes Lernen und Sich-Entwickeln-Können gewettert hatten.