Russland gegen die Niederlande in der Fanzone Zürich

Die Fanzone in Zürich befindet sich direkt am Bellevue und damit in der Nähe des Sees. Man kommt nicht einfach so hinein, Sicherheitsleute überprüfen, ob man einen der verbotenen Gegenstände bei sich hat. Mit meinem Rucksack habe ich gemischte Erfahrungen gemacht, manchmal durfte ich ihn mit reinnehmen, manchmal nicht. Aber im Wesentlichen geht es um die kommerziellen Interessen der Standbetreiber, die ihr Bier für 6 CHF (4 EUR) an die durstigen und euphorisierten Fans verkaufen. Deshalb muss man selbst Leitungswasser in bereitstehende Plastikbecher umfüllen, was nur bis zu einer gewissen Menge Sinn geht. Am besten, man hat nur sein prall gefülltes Portemonnaie und Handy dabei, mehr braucht man nicht.

Alles orange – genau so wie in Basel, wo das Spiel ausgetragen wird. Nur wenige russische Fans haben den Weg in die Zürcher Fanmeile gefunden. Und die weiße Farbe sticht auch nicht so hervor bei diesem grellen Orange. Und auch ich trage Orange heute, ich hatte ein oder zwei Vorrundenspiele der Niederländer gesehen und war – wie eigentlich alle – ein großer Fan ihres schnellen und schönen Spiels. Hatten sie doch die Finalisten der letzten Weltmeisterschaft, Italien und Frankreich, grandios besiegt. Es schien also klar, gegen die bislang eher farblosen Russen würden es die orangen Jungs schon schaffen.

Aber dann die Enttäuschung, es ist ein lahmes Spiel und die Russen sind einfach besser. Nicht genial besser, aber sie haben deutlich mehr Chancen. Und dafür steht man zwei oder drei Stunden rum, lässt sich von Zigarettenrauch umhüllen und kriegt beim holländischen Ausgleichstreffer auch noch Bier über Kopf und T-Shirt geschüttet. Hinter uns stehen ein paar lautstarke Deutsche, die dem Ansehen meines Vaterlandes in der Schweiz nicht gerade gut tun, platt und laut krakeelen sie herum. Aber ich will es nicht schlechtreden, es war schön in dieser deutsch-schweizer Gruppe.