Da waren’s nur noch neun – Premiere

Nach einem langen Samstag voller Nervosität, Appetitlosigkeit und einer zehrenden Mischung aus Angespanntheit und Müdigkeit begann gegen 17:00 der Countdown für die Premiere. Wir Schauspieler fanden uns im aki ein, unser Regisseur war – wie immer – schon lange da. Es gab noch kleinere Aufbauarbeiten zu absolvieren, danach war Schminken angesagt. Nach einiger Verwirrung, welche Farbtöne und Intensitäten am besten seien (es ist nicht einfach mit all diesem Zeug), waren wir gegen sieben zum Aufwärmen bereit. Unsere an asiatische Morgengymnastik erinnernden Körperbewegungen, Sprachübungen, Zungenkreisen, sanfte meditative Bewegungen in der Gruppe und das obligatorische Glücksritual dauerten eine dreiviertel Stunde, dann zogen wir uns um. Draußen hörten wir schon die Leute, als wir im Umkleideraum letzte Handgriffe machten und in kribbeliger Konzentration versanken. Die Leute wurden eingelassen, unterhielten sich. Irgendwann wurden sie leiser. Dann wurde ich so langsam richtig kribbelig, aber es vergingen noch etliche Minuten, ehe wir dann nach draußen auf unsere Startpositionen gingen. Das Räderwerk begann sich zu drehen.

Was waren die letzten Hinweise gewesen, gestern nach der Generalprobe? Mehr Energie, schnellere Anschlüsse und ein paar kleinere Anmerkungen für jeden Einzelnen. Und wir konnten es zum größten Teil umsetzen, spielten entfesselt und flott. Sogar die Pistole funktionierte, was bei der Generalprobe nicht der Fall war.

Tja, dann folgte der Applaus, das Bad in der Menge, Abbauen und eine schöne Feier im Kreis der Schauspieler und Beteiligten. So sind wir nach acht Monaten Vorbereitung an diesem Punkt – 7 Bilder, 10 Schauspieler, 100 Minuten Bühnengeschehen.