Plakat- und Flyergestaltung für Theaterproduktion

Die Plakate und Poster für unsere Theaterproduktion sind bestellt. In ein bis zwei Wochen werden wir sehen, wie gut und fristgemäß die Druckfirma (flyerline) aus den Druckdaten die fertigen Plakate und Flyer gemacht hat.

In diesem Beitrag möchte ich den kreativen Prozess beschreiben, welcher zu den Druckdaten führte. Am Ende werde ich auch auf einige technische Details zum verwendeten Programm (Adobe InDesign CS3) eingehen.

Ideenfindung

Bereits im Februar begannen wir in der Theatergruppe mit dem Sammeln von Ideen für ein Motiv. Es sollte einfach sein, aber dennoch die Stimmung des Stücks ausdrücken. Bei einem Kriminalstück mit einem Mörder und zehn Opfern kamen sofort relativ viele Ideen. Außerdem gab es schon zahlreiche Verfilmungen und damit auch Filmplakate. Am Ende einigten wir uns auf ein Handschuhmotiv. Der schwarze Lederhandschuh ist in zahlreichen Krimis ein bekanntes Motiv, in kurzen Filmszenen sieht man den Handschuh ein Verbrechen ausführen oder vorbereiten. Dazu meist ein schwaches Licht und ein Schatten an der Wand, spielt diese Szene doch meist im Inneren.

Fotosession

Zu zweit machten wir uns daran, aus der vagen Handschuh-Idee ein konkretes Bild entstehen zu lassen. Das Schwierigste war die Beleuchtung, ein Blitz erwies sich als zu grell, eine Kerze als zu schwach. Meine gute alte Schreibtischlampe musste schließlich herhalten. Die zweite Schwierigkeit war die Handhaltung, eine bedrohliche Haltung ist auf die Dauer recht anstrengend, aber nur eine angespannte Handhaltung sah passabel aus. Es kristallisierten sich zwei Varianten heraus, eine gekrümmte Hand (Raubtier) und eine Pistolenhand.

Finale Auswahl und Schattenspiele

Die Gruppe spaltete sich nun in zwei Lager, die einen favorisierten die Raubtierhand, die anderen die Pistolenhand. Insgesamt gab es nun auch die Kritik, das Motiv könnte als kindliches Schattenspiel missgedeutet werden. Deshalb entstand die Idee, den Schatten einer echten Pistole zu verwenden. Mit Hilfe von mehreren Ebenen (Adobe Photoshop CS3) konnte ich dann einen finalen Entwurf präsentieren, mit dem die Mehrheit der Gruppe zufrieden war.

Vom Motiv zum Plakat

Nachdem dieser aufreibende Entscheidungsprozess nun beendet war, musste das Motiv noch in ein fertiges Plakat umgewandelt werden. Als Programm verwendete ich Adobe InDesign CS3, was ich sehr empfehlen kann.

Grundsätzlich versuche ich, so wenig Linien zu verwenden wie möglich, damit das Ganze geschlossener wirkt. Mit Linien meine ich hier weniger tatsächliche Linien als vielmehr Begrenzungslinien. Ihr könnt auf dem Plakat sehen, dass es nur eine linke Begrenzungslinie gibt, in ihr sind alle Textelemente und das Bild ausgerichtet. Das Gleiche gilt für die rechte Begrenzung. Um diesen Effekt bei den oberen Textelementen zu erreichen, habe ich erst die Textgröße verändert, danach mit dem Leerraum zwischen den Buchstaben (Laufweite) gespielt.

Mein zweiter Grundsatz bei der Gestaltung war der sparsame Umgang mit Texthervorhebungen. Der Name Agatha Christie ist extrem betont, sowohl durch die andere Farbe als auch durch Schrägstellung. Die Idee dabei ist, dass wohl alle Plakatanschauer diesen Namen kennen, aber viel weniger den Titel (im Original “Zehn kleine Negerlein”, aber so darf man das nicht nennen, wenn man keinen juristischen Ärger will) oder uns als Theatergruppe. Somit wirken das Bild und Agatha Christie am stärksten.

akitiv-Plakatakitiv-Plakat by wellnair[/caption]

Flyergestaltung

Nachdem das Plakat im Grossen und Ganzen stand, war der Flyer auch kein Problem mehr. Auf der Vorderseite konzentrierte ich die wesentlichen Informationen, ganz ähnlich wie auf dem Plakat. Die Rückseite fasst dann mehr Informationen zum Stück und die Sponsorenlogos.

akitiv-Flyer, Rückseite

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  <a href="http://www.flickr.com/photos/mwellner/2391659357/">akitiv-Flyer, Rückseite</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/mwellner/">wellnair</a>
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Details zur Druckvorbereitung

Wenn man die Daten dann zur Druckerei schicken will, konfrontiert die einen mit einer Vielzahl an Anforderungen. Aber zum Glück ist InDesign ein Profiwerkzeug und bestens dafür vorbereitet.

Den Beschnitt kann man ganz einfach unter Datei \ Dokument einrichten \ Mehr Optionen einstellen, meine Druckerei wollte einen Millimeter. Enstprechend vergrößerte ich das schwarze Rechteck beim Plakat und das Bildmotiv beim Flyer etwas. Beschneidungsmarken kriegt man beim PDF-Export auch leicht ins Dokument, einfach mal im Export-Dialog unter Marken und Anschnitt schauen. Ich kreuzte dann die Option Beschnittzugabe-Einstellungen des Dokuments verwenden an.

Ein leidiges Thema ist noch der Farbraum. Die Druckereien wollen immer den CMYK-Farbraum, das entspricht den Druckfarben. Ich habe dann einfach alle Bilddateien in diesen Farbraum konvertiert.

Die Sponsoren-Logos waren ein echter Alptraum, warum kann niemand sein Logo in einem anständigen Format schicken? JPG ist nicht das optimale Format, da es verlustbehaftet ist und vor allem an den Kanten zu lästigen Artefakten führt. Da wir beim Plakat einen schwarzen Hintergrund haben, invertierte ich sämtliche Logos, auch dies war nicht einfach und nur durch viel Nachkorrektur zu bewältigen.