Thomas Rosenlöcher zur Waldschlösschenbrücke

Es ist schon eine Weile her, dass ich Thomas Rosenlöcher (Wikipedia-Eintrag) bei uns in der Schule zum ersten Mal sah. Er saß vor der teilweise versammelten Schüler- und Lehrerschaft in der Aula und las aus einem seiner Bücher. Ich weiß gar nicht mehr, welches es war, vielleicht Ostgezeter. Das könnte auch vom Erscheinungsjahr 1997 gut hinkommen. Ein bärtiger, gutmütiger, leicht kauziger Mann mit Brille – und ein Dresdner Schriftsteller. Wenn ich ehrlich bin, ist es der einzige noch lebende Dresdner Schriftsteller, den ich kenne. So viele bekannte gibt es ja auch nicht.

Und natürlich darf diese ursächsische Stimme nicht fehlen, wenn es um die geplante Waldschlösschenbrücke geht. Sein in der ZEIT erschienener Beitrag “Ihr zersägt eure Enkel!” ist schön zum Lesen und spiegelt die Meinung vieler besorgter Dresdner wieder, leider aber nicht der abstimmungsberechtigten und autofahrenden Mehrheit. Und so werden jetzt jeden Tag Bäume gefällt und weitere Vorbereitungsarbeiten erledigt. Der einzige Silberstreifen am Horizont ist die grassierende Stahlknappheit, aber auch die wird das Projekt nicht auf ewig aufhalten.