Schreiben mit Musik

Es soll eine Lesung werden, mit musikalischer Untermalung. Normalerweise würde man eine Geschichte auswählen, und danach Musik, welche dazu passt. Aber was wäre, wenn man es genau anders herum anginge – mit festgesetzter Musik nach einer Geschichte zu suchen. Es müsste eine Geschichte sein, die in sich stimmig ist und doch die verschiedenen Stücke aufnimmt, ohne sich zu sehr an sie anzuschmiegen und sich selbst zu verraten. Die Stücke seien fürs Klavier geschrieben hauptsächlich von Schumann, dazu Amelie-Filmmusik und eine Volkswaise von Grieg. Die Stücke, welche ich einigermaßen sicher spielen kann. Es wäre ein Traum, eine musikalische Lesung komplett selbst zu gestalten. Und dafür eben noch einen kleinen Text zu schreiben.

Robert Schumann: Wichtige Begebenheit

Ein Stück, welches gut am Anfang passt, laut und akzentuiert verschafft es sich Gehör in dem zu erwartenden Gewusel im Raum.

Robert Schumann: Träumerei

Leise und andächtig, träumerisch erklingt die Melodie. Es passt durch den Titel gut zu einer Stelle des Träumens, Nachdenkens im Text.

Robert Schumann: Von fremden Ländern und Menschen

Auch ein eher ruhiges Stück, der zweite Akkord ist etwas schräg (vermindert), was wohl den exotischen Charakter begründet.

Robert Schumann: Der Dichter spricht

Gut als Abschluss zu gebrauchen, variationsreich, bedächtig, verklingt langsam. Etwas schwierig in den Text einzubinden, es sei denn ironisch. Wann kommt schon mal ein Dichter vor?

Edvard Grieg: Volskwaise

Ein melancholischer Walzer, schön zu spielen. Könnte zum Tanzen als Textbezug passen, oder als Skandinavien-Ferien-Erlebnis.

Yann Tiersen: La dispute

Ein Streit, der lässt sich leicht einbauen, legt aber die Geschichte insofern fest, als zwei Personen darin vorkommen, die sich an einer Stelle streiten.

Yann Tiersen: Comptine d’un autre ete

Ich denke dabei irgendwie an einen Sommerspaziergang. Kann aber auch eine Erinnerung sein, an einen schönen Sommer- oder Herbsttag.

Am einfachsten wäre natürlich ein Gespräch, welches um verschiedene Themen kreist, welche dann eben musikalisch untermalt werden. Es wäre leicht, so etwas zu schreiben, das Problem ist aber, einen spannenden Rahmen zu gestalten. Warum sollen die Leute dieses Gespräch verfolgen? Man könnte auch einen Tag aus dem Leben der Amelie erzählen, der noch nicht verfilmt wurde. Es würde zu ihrer introvertierten Welt passen, dass sie überall Geschichten oder Musik hört, dass unbelebte Dinge auf einmal eine Assoziation von Gedanken und Klängen auslösen.