Die Waldschlößchenbrücke

Mit Wehmut habe ich seit meinem Umzug nach Zürich das Drama um die Dresdner Walschlößchenbrücke verfolgt. Beim Volksentscheid wohnte ich noch in Dresden, doch auch meine Gegenstimme konnte den Entscheid für den Bau nicht verhindern. Seither ging der Streit durch viele Instanzen, die Gegner (z.B. Grüne Liga) führten zuletzt eine seltene Fledermausart ins Rennen, um den Bau aufzuhalten. Aber nun ist es wohl endgültig entschieden, die Brücke wird gebaut, die schönen ruhigen Elbwiesen an dieser Stelle gehören der Vergangenheit an.

Richtig traurig machte mich jetzt ein ZEIT-Artikel zum Thema. In diesem wurden gravierende Mängel, gar Manipulation bei der Herbeiführung dieses Volksentscheids festgestellt. Eine sinnvolle Alternative mit Tunnel wurde nicht in den Entscheid einbezogen, obwohl diese Variante nicht teurer käme als die momumentale Brückenkonstruktion. So bestand also nur die Wahl zwischen Brücke und Nichtbrücke, mit dem bekannten Ausgang.

Ein Stück Heimat wird jetzt also verschandelt, zubetoniert und für immer verschwinden, zum Wohle des Individualverkehrs. Gerade dort, zwischen dem Blauen Wunder und der Innenstadt war für mich immer das ruhige Herz Dresdens, dort fehlt nichts, um einen Spruch der Brückengegner aufzugreifen.