Stücke für unsere nächste Theater-Produktion

Kaum ist der letzte – und im Garten imaginäre – Vorhang der Lästerschule gefallen, beginnen schon die Planungen für nächstes Jahr. Wieder wollen wir auf die Bühne, und die erste Aufgabe ist es, ein Theaterstück und damit auch einen Titel unserer Bemühungen zu finden. Denn mit noch nicht fest stehenden Leuten, einem noch nicht gesetzten Regisseur ein noch nicht näher bekanntes Theaterstück einzustudieren – das macht sich auf Dauer schlecht. Und man kann damit auch im Gespräch nicht wirklich punkten, es ist einfach zu nebulös. Aber schon haben wir einige Vorschläge aus dem Hut gezaubert, Ideen für Stücke, welche wir spielen könnten. Man sollte diese Auswahl nicht unterschätzen, ein ideales Stück für eine Laiengruppe wie uns muss über möglichst viele spannende, aber nicht zu schwierige Rollen verfügen, ausgeglichen in der Geschlechterverteilung der Rollen sein, nicht zu abstrakt sein, damit alle was damit anfangen können, über einen klangvollen Namen oder Autor verfügen und zuletzt auch bühnentechnisch einfach umzusetzen sein.

Zehn kleine Negerlein (Agatha Christie)

Ein herrlich aufgebautes Kriminalstück mit genau zehn Rollen. Je eher man stirbt, desto kleiner die Rolle.

Handlung: Zehn einander unbekannte Personen treffen sich in einem einsamen Haus auf einer Insel, abgeschnitten von der Außenwelt. Nachdem alle im Salon versammelt sind, ertönt plötzlich eine Stimme, welche jeden Einzelnen eines schweren Verbrechens anklagt. Sie kommt von einer Schallplatte aus dem Salon. Eine Suche auf der gesamten Insel ergibt, dass sie allein sind. Als nun nacheinander Morde geschehen, die sich alle nach den Strophen des Kinderliedes richten, steigt die Nervosität. Denn der Mörder muss einer von ihnen sein…

Die Katze auf dem heißen Blechdach (Tennesse Williams)

Anspruchsvolles, mitreißendes Familiendrama mit zwei Hauptrollen, etwas schwierig in der Besetzung.

Handlung: Zum runden Geburtstag von Big Daddy haben sich seine beiden Söhne samt Frauen und Kindern versammelt. Es wird sein letzter Geburtstag sein, da er an Krebs erkrankt ist, was man ihm aber bisher verschwiegen hat. Brick ist der charmante Lieblingssohn, aber alkoholkrank und resigniert. Er ist mit Margaret verheiratet, die sich immer noch unwiderstehlich zu ihm hingezogen fühlt, obwohl oder gerade wegen seiner kühlen Abweisung. Bricks Bruder Cooper hat mit seiner Frau Mae fünf Kinder, er versucht sich als verantwortungsbewusster Familienvater fürs Erbe zu positionieren. Die Stimmung ist gereizt, das Unausgesprochene steht im Zentrum.

Ein idealer Gatte (Oscar Wilde)

Halbernste Gesellschaftskomödie mit spritzigen Dialogen und Bonmots. Ausgeglichene Rollenverteilung. Jedoch sehr ähnlich zum letzten Stück.

Handlung: Sir Robert Chiltern ist der allseits geachtete, moralisch integre, aufstrebende Star des Unterhauses. Da trifft er auf Lady Cheveley, die ihn mit einem Fehler aus Zeiten seines Karrierebeginns erpresst. Dieser schön konstruierte Konflikt kann nur durch Lord Goring, einen wohlerzogenen Tunichtgut, nach einer Vielzahl von Verwicklungen, Verwechslungen und lockerer Sprüche aufgelöst werden. Zur Belohnung winkt auch noch die Hand der bezaubernden Mabel.