Friedrich Schiller – Kabale und Liebe

Unter der Regie von David Bösch spielte das Schauspielhaus Zürich das bekannte Schiller-Drama um die Unmöglichkeit einer standesüberschreitenden Liebe zweier junger Menschen. Ich kannte es aus der Schule, aus dieser Zeit hatte ich eher düstere Erinnerungen an ein langweiliges, trockenes Stück. Aber jeder Stoff hat seine zweite Chance verdient, noch dazu, wenn man an einem Samstagabend mit einer Last-Minute-Karte günstig dazu kommt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Eine kraftvolle Inszenierung, die Liebe war als Anfangs- und Schlussmotiv der emotionale Schwerpunkt der Inszenierung.

Aber auch die Kabalen des Hofes waren wunderbar umgesetzt. Sekretär Wurm als fieses Weichei, Präsident von Walter als skrupelloser, harter Vater und eine betörende, dekadente Lady Milford – sie alle machen unseren Liebenden zu schaffen und bilden den Gegenpol zur unschuldigen Luise und zum idealistischen, stürmischen Ferdinand.

Bei der Inszenierung verzichtete David Bösch weitestgehend auf Requisiten, die Bühne war meist leer und durch schwarze Vorhänge begrenzt. Ab und an mal ein Stuhl, in einer Szene ein Tisch, mehr gab es nicht. Dementsprechend waren die Schauspieler gefordert, nicht starr am Fleck zu stehen, sondern sich zu bewegen. Und das taten sie dann auch, nutzten den freien Raum, um die Wendungen, Intrigen und Verführungen umzusetzen.