From dusk till dawn

Ende Juli machte ich mit einigen Kollegen eine recht spezielle Wanderung. In einer lauschigen Vollmondnacht erstiegen wir den Pilatus in der Nähe von Luzern. Der Sage nach fand hier Pontius Pilatus seine letzte Ruhe, nachdem vorherige Bestattungsversuche durch heftigste Unwetter gescheitert waren. Aber hoch oben zwischen den zerklüfteten Gipfeln dieses Massivs konnten die Unwetter nicht so viel Schaden anrichten. Wir fanden jedenfalls nicht unsere letzte Ruhestätte, genossen dafür aber einen hart erarbeiteten Sonnenaufgang auf dem Esel, einem der zahlreichen Gipfel.

Das Ziel hatten wir schon bald vor Augen. Die Lichter des Hotels winkten uns nach der Hälfte des Weges zu. Doch meine Beine wurden immer schwerer und so war mein Aufstieg alles andere als leichtfüßig. Nachts um vier war ich auch nicht so in der Stimmung für sportliche Bestleistungen. Der Weg zog sich schon recht lange hin, jeder Höhenmeter wollte erarbeitet werden. Doch irgendwann hatten wir dann eine Art Vorgipfel erreicht, von wo aus wir die andere Seite sehen konnten.

Doch am schönsten war dann der Sonnenaufgang auf dem Esel, für den wir jedoch nochmal an die hundert Höhenmeter erklimmen mussten. Doch dann ging die Sonne auf – tief unter uns lag der Vierwaldstättersee in seiner ganzen Pracht und Luzern.

Dawn at Vierwaldstättersee

Was folgte, war ein Frühstück mit Gipfeli und Schoggi im Panorama-Restaurant und der Abstieg. Bei Tageslicht sah alles recht unspektakulär aus, was noch zuvor in der Nacht unheimlich und geheimnisvoll gewirkt hatte.

Cow

Der Sonntag war dann aber gelaufen, ich brauchte Schlaf und Erholung.

Notiz: Die hier verwendeten Bilder stammen von Henning Avenhaus, mir war es zu anstrengend, meine Kamera mit rauf zu schleppen (wiegt immerhin ein Kilo).