Rettet die Weltwoche!

Gefahr ist im Verzug, das rechts-populistisch-intellektuelle Wochenblatt Weltwoche verliert seine Leserschaft. Genug ist genug – so titelte mein Kollege Alex, der AIDS-Leitartikel von David Signer gab ihm den Rest, er wird sein Abo kündigen. Und er ist nicht der Einzige. Weitere Blogger haben ebenfalls mit der Weltwoche abgeschlossen, wie in seinem Artikel zu sehen ist.

Sind dies die Vorboten eines erdrutschartigen Leserschwundes? Blogger sind ja die modernen, vernetzten Meinungsbildner und Multiplikatoren – zumindest glauben sie das – und haben somit die Möglichkeit, durch einen solchen Aufruf ihre schwankenden Zeitgenossen zu überzeugen, ebenfalls ihr Abo zu kündigen.

Ich möchte aufrufen zur Rettung der Weltwoche. Die Zeitung ist zwar größtenteils inhaltlich nicht zu tragen, aber der Kulturteil lohnt sich stets und das Titelbild ist auch immer schön bunt. Wir brauchen politische Wochenzeitungen in der Schweiz, so viele gibt es schließlich nicht. Und außerdem befinden wir uns im Sommerloch, das Fürsorge-Missbrauchs-Thema ist auch ausgelutscht, da musste einfach mal ein Gesundheitsthema her. Und die Geschichte mit der Verschwörung der Homosexuellen-Szene, um den Heteros nach gewissen Abenteuern ein schlechtes Gewissen und Todesängste einzujagen, ist so schlecht nicht. Völlig daneben zwar, aber immerhin kreativ. Also, rettet die Weltwoche, abonniert sie und kauft auch die Produkte der Anzeigenkunden – sonst wird am Ende noch ein wichtiges Symbol Schweizer Publikationsunkultur untergehen.