Amelie Nothomb – Kosmetik des Bösen

Kosmetik: Er strich sich mit der flachen Hand die Haare glatt -- wenn er seinem Opfer kunstgerecht begegnen wollte, musste er gut aussehen.

So beginnt das Buch, in welchem sich ein Dialog zwischen Jerome Angust und Textor Texel aufbaut. Es erinnerte mich doch sehr an “Am Hang”, welches wir im Literaturzirkel der ETH vor einiger Zeit lasen. Ein ganzes Buch als Dialog zu gestalten ist doch recht anspruchsvoll, will man beide Gesprächspartner gut zur Geltung kommen lassen. Amelie Nothomb gelingt dies recht gut, Angust kontert den dominanten Texel mit genervten, spitzen Bemerkungen. Schließlich spricht dieser ihn ungefragt in einer Flughafen-Wartehalle an und redet immer weiter, trotz der ablehnenden Haltung Angusts. Texel erzählt ihm von seinem recht tristen Leben, einem vermeintlich begangenen Mord und schließlich einer Vergewaltigung und einem realen Mord an einer Frau. Und natürlich kennt auch Angust die Frau, war mit ihr verheiratet und ist nun schockiert, den damals unerkannten Mörder vor sich zu sehen.

Aus dieser Konfrontation speist das Büchlein sich, aus ihr entwickelt sich die Eskalation am Ende. Es ist ein böses Buch, zu lesen an einem Nachmittag, nicht zu komplex angelegt.