Friedrich Dürrenmatt – Der Meteor

Ein interessantes Stück, zugeschnitten auf die Hauptfigur des vergeblich sterben wollenden Literatur-Nobelpreisträgers Wolfgang Schwitter. Dieser, eigentlich schon für tot erklaert, flieht aus dem Krankenhaus in sein altes Atelier, um dort in Ruhe zu sterben. Doch daraus wird nichts, stattdessen zieht er alle Besucher und Umstehenden ins Verderben, sie sterben in seiner Anwesenheit oder erleben, dass ihre Leben zu einem Trümmerhaufen werden.

Ich habe mich vor allem auf die Art der Umsetzung konzentriert, welche mich nicht so überzeugte. Aber da wir auch gerade proben, bin ich wohl recht sensibel für Dynamik und Glaubhaftigkeit der Darstellung. Und in beiden Punkten konnte das Stück des Zürcher Studententheaters nicht so wirklich überzeugen. Die Bewegungsabläufe wirkten hölzern, die übergänge zu schnell, zu choreografiert, der Schlussdialog mit der Schwiegermutter zu langatmig und statisch. Interessant ist nur, wie kritisch ich durch eigene Erfahrung geworden bin. Doch es bleibt abzuwarten, ob wir es tatsächlich besser hinkriegen mit unserer Lästerschule.

Wichtigstes Kriterium beim Zuschauen ist die Glaubwürdigkeit von Bewegungen und Gefühlen. Man muss sich allmählich hineinsteigern, an den richtigen Stellen warten (bestimmte Antworten gibt man nicht sofort, da man etwas nachdenken muss), Bewegungen zielgerichtet und zum Inhalt passend gestalten. Somit war das nochmal ein recht gut passendes Beispiel zur Sensibilisierung und zur Selbstreflexion.