Klaus Mann – Mephisto (Schauspielhaus Dresden)

Der kulturelle Höhepunkt meines weihnachtlichen Heimaturlaubes war ohne Zweifel das Theaterstück Mephisto, die Bühnenfassung des gleichnamigen Romans von Klaus Mann durch Birgit Funke, inszeniert in Dresden durch Holk Freytag. Erzählt wird die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgens, der sich mit den Nazis arrangiert. Angelehnt ist diese Geschichte an Gustaf Gründgens, wobei Klaus Mann weniger ein korrektes Porträt als vielmehr den Typus eines intellektuellen Mitläufers zeichnen wollte. Das Verhältnis von Macht und Kunst steht somit im Mittelpunkt des Romans, beziehungsweise die Frage, ob man sich als Künstler wirklich heraushalten kann.

Bemerkenswert an der Dresdner Inszenierung war die Sitzplatzverteilung. Der zweite Rang und die vorderen Reihen im Parkett blieben leer, dafür saßen etliche Leute hinter der Bühne, so auch ich. Das hatte eine schlechte Akustik zur Folge, gelegentlich verstand man die Schauspieler einfach nicht. Zudem war das Stück recht fragmentarisch angelegt, die Themen des Romans wurden in Szenen verdeutlicht. Keine leichte Kost, da das Ganze dann auch recht lange geht. Dennoch, eine grandiose Inszenierung mit viel Mut und dem Stoff angemessen.