simon stephens: motortown (schauspielhaus zuerich)

Wie lässt sich Krieg darstellen? Noch dazu der Irak-Krieg, der so weit entfernt statt findet, gefiltert durch die Medien. Der britische Autor Simon Stephens lässt den Krieg nach Hause kommen, in Gestalt des Heimehrers Danny.

Rohe Sprache, Sehnsucht nach Anerkennung, Abblitzen bei der Ex-Freundin, die Eltern verhasst, ein schwuler, ordnungssüchtiger Bruder, Gewalt, Macht, Weitergabe von Frustration an Schwächere, dieses Stück zeigt, wie der Krieg bestimmte Menschen anzieht, verändert und emotional verkrüppelt. Man sehnt sich eigentlich nach dem Ende des Stückes, es drängt sich ins Bewusstsein, die Sprache stößt ab, es eskaliert mit einer Gewalttat, aber es ist für dieses Thema Krieg einfach extrem stimmig. Es passt. Man kann sich diesen Menschen vorstellen. Einziger Abstrich – die Ex-Freundin, die etwas zu blasiert daherkommt, nicht in das Milieu passt. Ansonsten absolut sehenswert.