Das Leben der Anderen

Ein toller Film! Es passte so vieles, vor allem die Figuren. Verwachsen mit ihren Rollen, identisch mit ihnen. Vor allem Ulrich Mühe, Stasi-Hauptmann, der das Leben eines Künstlerpaares überwacht und so langsam begreift, dass er auf der falschen Seite steht. Dass sein Leben leer ist, seine Wohnung in einem tristen Plattenbau ohne Charakter, nicht einmal ein Bücherregal. Deshalb das Leben der Anderen, der Feinde des Systems, die doch anziehend sind, menschlich. Er beginnt Einfluss zu nehmen und rebelliert am Ende, indem er die verräterische Schreibmaschine verschwinden lässt. Rot ist das Farbband dieser speziellen Maschine, die der (natürlich) sächsische Experte so treffend beschreibt. Rot als Farbe des Aufruhres, der Brandstiftung, mit ihr schreibt der Literat einen DDR-kritischen Spiegel-Artikel. Rot aber auch der letzte Eintrag in der Akte des Künstlers, als Farbe der Menschlichkeit. Zuerst dachte ich an Blut, aber das gehört wohl zusammen.

Dieser Film zeigt auch, dass selbst mit einem kleinen Budget großes Kino möglich ist. Großes Kino als Spannungsfeld zwischen Komödie und Tragödie, als behutsame Annäherung an das düstere Kapitel Bespitzelung.