am see

Schöner Herbsttag, die milde Sonne gleißt über dem See, verdoppelt sich durch Spiegelung, blendet ohne zu wärmen. Die Sonne steht so tief, dass sämtliche Leute, Schwäne, Bänke und was sonst noch alles sich zwischen mir und dem See sich befindet, nur noch als Silhouette erscheint. Schwarze Scherenschnitte, welche die Phantasie anregen. Gleißende Sonne, es flimmert in meinen Augen.

Dunstig ist es. Wie im Theater bauen sich schichtenweise die Häuser und Berge auf der anderen Uferseite auf, von wenig dunstig bis fast völlig unkenntlich geht es graduell. Es hat was von einem Traum, es ist alles so weich.

Vor mir ein Eisverkäufer mit Strohhut. Drei Franken pro Kugel. Viele bleiben stehen, gutes Geschäft. Kinder. Zwei klettern über die Mauer vor mir, erscheinen aus dem Nichts, bleiben kurz sitzen. Ausgelassen, aber nicht ungestüm. Die Boote nicken bedächtig-schwankend. Ein Ruderer, ist gar nicht so einfach, vor ein paar Tagen drehte ich mich mal mit so einem Ding ins Wasser. Gleichgewicht, Balance, die man eigentlich mit den Rudern hält, ich hatte sie verloren. Bootstaufe im milden See.

Ein Strom von Menschen zieht vor mir vorbei. Hinter mir ein Strom von Autos, allgegenwärtig, an- und abschwellend, Ampeln, Blechlawine. Und das an einem so schönen Tag. Verstehe das nicht. Ich verzichte sogar auf den Bus heute, fahre dann noch mit dem Rad zurück auf den Witikoner Hügel. Knoblauchgeschmack, geht einfach nicht weg. Vom Mittagessen, hatte Fisch und viel frisches Gemüse und saure Sahne kombiniert mit Reis. Lecker. Und Knoblauch war auch dabei.