cern

Tief im Südwesten der Schweiz liegt die Diplomatenstadt Genf, und wenn man noch ein Stückchen weiter fährt, fast bis zur französischen Grenze, dann erreicht man das Gelände des CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire), was sich selbst aber – bescheidenerweise – als weltgrößtes Teilchenphysik-Zentrum beschreibt.

Tief unter der Erde arbeiten Wissenschaftler und Techniker am ATLAS-Experiment-Aufbau.

Die Erforschung der Elementarteilchen (Quarks, Myonen und andere seltsame Namen tauchen da immer wieder auf) ist extrem kostspielig, jedes Jahr fließen einige hundert Millionen (genaue Zahlen habe ich auf die Schnelle nicht finden können) hierhin. Allein die Baukosten für den immensen unterirdischen Tunnel sind beträchtlich, auf dieser Kreisbahn werden dann die Partikel beschleunigt, jede Runde hat etliche Kilometer. Wenn sie schnell genug sind, wird mit Magneten die Bahn verändert, so dass es zur Kollission kommt. Riesige Detektoren fangen die Teilchen auf und detektieren deren Bahn. Es gibt dann immer mehrere Schichten, jede stoppt gewisse Teilchen, während die anderen munter weiter machen. Es braucht aber schon fast einen Meter Metall, um auch die letzten hochenergetischen Teilchen abzubremsen. Aber schließlich werden beim Zusammenstoß ja auch immense Energiemengen frei, fast wie so ein kleiner Urknall.

Das Innere eines ausrangierten Partikeldetektors, der Durchmesser der Öffnung beträgt ca. 1.5 Meter.

Ich verstehe nicht so viel von Teilchenphysik, die schon Elektronen waren mir nicht so richtig geheuer. Und die sind irgendwie auch nur aus Quarks zusammengesetzt. Auf jeden Fall bemüht sich das CERN geduldig, einem die ganzen Zusammenhänge verständlich zu machen. Weist auf die großen unbekannten Fragen hin, denen man näher kommen möchte. Aber so richtig überzeugt bin ich dann doch nicht. Und den Arbeitsalltag im Forschugnszentrum stelle ich mir auch eher öde vor, Auswertung von Terabytes von Daten, Konstruktion neuer Detektoren, Test mit normaler Weltraumstrahlung, Warten auf den großen Moment 2007, wenn der neue Teilchenbeschleuniger in Betrieb gehen soll. Grundlagenforschung eben, hartes Brot, aber dafür kann man vom Nobelpreis träumen…