James Joyce

Heute morgen im Schauspielhaus: C. Bernd Sucher (Theaterkritiker) bekennt sich zu seiner Leidenschaft für Joyce.

Neu für mich waren vor allem die Bemerkungen zum Menschen Joyce. Ein frühreifer, arrogant wirkender Klassenprimus, so beschreibt Sucher Joyce während der Schulzeit. Schon zu dieser Zeit äußerte Joyce den Entschluss, noch zu Lebzeiten berühmt zu werden. An Selbstvertrauen mangelte es ihm also nicht. Nach der Schule verschlug es ihn mal hierhin, mal dorthin, Rom widerte ihn an (wie ein Mensch, der seinen Lebensunterhalt davon bestreitet, die Gebeine seiner Großmutter zu verscherbeln), und selbst Zürich mochte er nicht so wirklich. Dennoch blieb er recht lange und arbeitete lange Zeit an seinem Hauptwerk Ulysses.

Wobei – das war die zweite Überraschung, er mit Finnigans Wake ein noch komplexeres, noch vernetzteres, noch unverständlicheres Buch geschrieben hat. Naja, mir reicht Ulyssus schon. Zur Einstiegslektüre sei übrigens Dubliner empfohlen, eine Reihe von regelrecht verständlichen Erzählungen.