Truman Capote

Ein weiterer Name, den ich mal gehört hatte, mindestens ein Buch von ihm stand im elterlichen Bücherschrank.

Der Film Capote sollte diese Lücke schließen und da er gerade im Kino am Stadelhofen lief, schaute ich ihn mir an. Die Erscheinung des Schriftstellers ist extrem unangenehm. Er spricht hoch und lispelt, ist recht arrogant und egozentrisch und hält sich schon für jemand Besonderen. Man gewöhnt sich zwar im Laufe des recht langen Films daran, aber so richtig doch nicht, sobald der Hauptdarsteller zu einem längeren Monolog ansetzt, läuft einem ein Schauer über den Rücken. Es war einer dieser Filme, bei denen man ganz froh ist, kein genialer Schriftsteller zu sein.

Und das war Truman Capote zweifelsohne. Der Film konzentrierte sich auf die Entstehungsgeschichte seines Meisterwerkes Kaltblütig (In Cold Blood). Als Tatsachenroman schildert es den Tathergang eines vierfachen Mordes. Eine Familie wird in ihrem Haus von zwei Männern umgebracht, welche auf der Suche nach Bargeld waren.

Capote verbrachte nun fünf Jahre damit, alle Beteiligten kennen zu lernen, inklusive die beiden Mörder. Mit einem von beiden verband ihn sogar eine tiefe Freundschaft, wobei er hin- und hergerissen war zwischen dem Wunsch, endlich seinen Roman zu beenden (was nur nach der Hinrichtung oder dem unwahrscheinlichen Freispruch möglich war) und den beiden zu helfen. Dies brachte der Film sehr gut zum Ausdruck, wobei es manchmal zu stark gemalt war, das Bild vom innerlich zerrissenen Schriftsteller oder vom intelligenten, netten Jungen, der auf die falsche Bahn geraten war. Und so bin ich jetzt noch tief erschüttert, vor allem von dieser Nähe, welche Capote suchte, um diesen genialen Roman zu schreiben, welche ihm aber auch zusetzte. So stark, dass er danach keinen wikrlich großen Wurf mehr landen konnte, er starb knapp 60jährig an den Folgen seiner Alkohol- und Drogenabhängigkeit.