Antal Szerb – Reise im Mondlicht

Für das morgige Treffen des Literaturclubs lese ich gerade das schon in der Überschrift eindeutig gekennzeichnete Buch des ungarischen Schriftstellers Antal Szerb. Ich bin davon nicht übermäßig begeistert, aber gelegentlich gibt es sehr lustige Stellen. Da kommt der feine, aber dennoch brachiale Humor des Balkans durch.

Dass die Sache so schnell erledigt war, lag auch daran, dass Pataki im Gegensatz zu den Dilettanten die wirtschaftlichen und finanziellen Belange nicht ernst nahm; er verhielt sich zu ihnen wie der Arzt zu den Kranken. Er wusste, dass es auf diesem Gebiet so ist wie auf allen anderen Gebieten, nämlich dass die Unbegabten oft viel weiter kommen als die Begabten, dass die Unkundigen sich besser bewähren als die Sachverständigen, dass die eine Menge Pseudofinanciers an den wichtigen Posten sitzen, während die echten im Cafe Schwartzer oder Marko ihre Betrachtungen anstellen. Auch hier wird der Kampf um eine Fiktion geführt, so wie in der Wissenschaft, wo eine inexistente und gar nicht wirklich erwünschte Wahrheit gesucht wird. Hier sucht man das Kapital, das schon aufgrund seiner Dimensionen nicht den geringsten Sinn hat. Und um dieses Kapitals willen werden Vermögen verloren, die einen Sinn haben. Das ganze Aufhebens ist so unseriös wie alles andere auf der Welt.

Ich als Wissenschaftler (die Naturwissenschaftler mögen jetzt über mich als Ingenieur die Nase rümpfen) fand natürlich den Satz, welcher der Wissenschaft gilt, am lustigsten. Denn irgendwie trifft das schon, wir geben zwar vor, die Wahrheit zu suchen, aber eigentlich wollen wir sie gar nicht wissen. Denn die Wahrheit lässt sich meist schlecht publizieren, sie ist immer so objektiv-zweiseitig-missverständlich-kompliziert. Unter diesen und jenen Bedingungen wäre diese Methode schon die beste, aber was heißt das schon?