sechselaeuten

Sehr passend zu den mittlerweile angenehm warmen Temperaturen fand heute auch das traditionelle Frühlingsfest Sechseläuten (Sächsilüüte auf Zürideutsch) statt. Die Zürcher Zünfte präsentierten sich bei einem großen Umzug durch die Innenstadt, abends wurde der Böögg (künstlicher Schnemann) angezündet, dessen Kopf schließlich mit einem lauten Knall nach ca. 10 Minuten explodierte. Die Zeitdauer korreliert angeblich mit dem Sommerwetter, es wird also ein relativ schöner, wenn auch nicht super Sommer (Rekordzeiten liegen um die 5 Minuten).

Während mich die pyrotechnischen Effekte ganz verzauberten, muss ich doch einige kritische Bemerkungen zum Zunftwesen und Zunftumzug loslassen. Zünfte sind ein Relikt aus vergangener Zeit, Mitglieder dürfen nur Männer sein und noch dazu wird die “Mitgliedschaft” vererbt. Ausnahmen werden nur bei schwerreichen Mitbürgern gemacht. Es sind also die alteingesessenen Familien, welche die Zünfte stellen. Am Zunfttisch werden nun neben Trinksprüchen auch geschäftliche Gefälligkeiten ausgetauscht, wer einen Auftrag hat, bevorzugt natürlich den Zunftgenossen. Das Zunftleben besteht neben dem Umzug vor allem im geselligen, alkoholdurchdrungenen Beisammensein.