Flamenco

Gleich am ersten Abend unseres Aufenthaltes in Spanien schauten wir uns eine Flamenco-Tanzveranstaltung an. Ich war einfach begeistert von diesem unbändigen, variationsreichen, kraftvollen Tanz. Die Schwierigkeit, in jenem halbdunklen Raum zu fotografieren, könnt ihr euch sicherlich vorstellen, man kriegt lange Belichtungszeiten. Jedoch bietet dies auch eine Chance, Bewegungen einzufangen, eine fixe Position der Kamera vorausgesetzt. Bei meinen flickr-Bildern finden sich jetzt ein paar der Resultate meiner fotografischen Bemühungen.

Eine Explosion von Farben und Formen sind diese Bilder, die Tänzerin verschmilzt mit dem Hintergrund. Aus der belichtungstechnischen Not geboren entsteht eine besondere Ausdrucksform, welche auch besser die Faszination und das Rhythmische dieses Tanzes einfangen kann als mit Blitzlicht eingefrorene Momentaufnahmen.

In Sevilla noch hatte ich die Idee, ein Gedicht zu schreiben für jenen Tanz, der mich so stark beeindruckt hat. Es sollte so sein wie Flamenco, abwechslungsreich, rhythmisch betont, langsame Passagen voller Ausdruckskraft, pathetisch, leidend, abwechslungsreich und mit furiosem Finale. Ich suchte nach Worten für diese schnellen Passagen, wenn die Füße der Tänzerin unglaublich schnell auf dem Parkett wirbeln, sowas wie Stakkatto, Parkett oder Tritte. Es gibt sehr wenige die man verwenden könnte, eigentlich macht es auch wenig Sinn, sinnhafte Wörter zu verwenden. Ich denke an Jandl, der sich vom realen Wort löste und Lautmalerei betrieb. An dieser Stelle macht es Sinn, wenngleich reale Wörter schöner wären. Es ist schon eine schwierige Aufgabe, die ich erstmal aufgeschoben habe.