Prekäre Generation

Heute abend versank ich in eine moderate Selbstreflexion, angeregt durch den ZEIT-Artikel Die prekäre Generation.

Ich finde es gelegentlich spannend zu lesen, was Soziologen und Journalisten über mich und meine Altersgruppe schreiben. Obwohl, eigentlich bin ich ja fast schon zu alt, gehöre eher zu den Jugendlichen der 90er. Diese werden als Gegenbewegung der 68er beschrieben, verantwortungslos und pragmatisch, ohne Ideale, aber doch eingebettet in die scheinbare Sicherheit des kontinuierlichen Wohlstandes. Mit meinem chronischen Idealismus fühle ich mich dieser 90er-Generation eigentlich gar nicht so sehr zugehörig.

Die aktuelle Generation, deren Situation durch die mangelnde materielle Sicherheit, fehlende Werte, gegen die man rebellieren könnte und fehlende Ideale überhaupt prekär ist, demonstriert also nun auf den Straßen von Frankreich und auch anderer europäischer Länder. Für eine bessere Zukunft, für gleiche Chancen wie ihre Eltern. Doch die gibt es nicht, offensichtlich nicht. Die Eltern wissen auch keine Lösung und die Gewerkschaften sind ohnehin in der Sinnkrise.

Hier in Zürich sieht es schon ein wenig anders aus, wir leben wie die Maden im Speck der Schweizer Insel. Die Probleme sind eigentlich die gleichen, nur irgendwie kommt hier alles später und weniger gravierend an als in Deutschland. Man jammert auf höherem Niveau. Folglich kann ich mich nicht so recht mit dieser Generation identifizieren, sehe ich meine Zukunft doch recht optimistisch.