am hang

Vor mir der Abgrund. Oder der Hang, rot markiert an der Seite mit diesen Stäben, welche ganz oben gelb sind, aber unten und zum größeren Teil eine der drei Signalfarben blau, rot, schwarz zeigen. Rot ist die mittlere Stufe, für mich als Skianfänger bedeutet das, dass ich irrsinnig schnell werde und entweder die Kurve kriege oder mich spektakulär hinlege. Letzteres geschah oft, einmal drehte ich mich zwei Mal um die Achse (der untere Ski greift irgendwann und fährt eine Kurve, nur dass ich halt nicht mehr stehe sondern liege).

Warum fahre ich da runter?

Aber langsam werde ich besser. Ich kann langsam auch etwas steilere Hänge kontrollieren, also habe das Gefühl, dass ich zum Stehen kommen könnte, wenn ich das wöllte. Eigentlich muss man ja durchheizen mit dem immer gleichen Schwung-Links, Schwung-Rechts – Schema. Zur abwechslungsreichen Gestaltung variiert die Hangneigung, die Breite der Piste, die Beschaffenheit, der Strom schnellerer oder langsamerer Abfahr-Freunde und das Vorkommen von Buckeln. Zwei meiner Stürze kamen durch Buckel zustande, die ich zu spät erkannt hatte. Man kommt dann einfach aus dem Konzept, fürchtet sich, will anhalten – und fertig ist der bühnenreife Sturz mit Drehungen, Schneeaufwirbeln, mitleidigen Blicken und – zum Glück – ohne bleibende Schäden.

Die schönen Momente dieses Tages waren das beginnende Wedel-Feeling auf schwach geneigten Hängen, die Sonne, dieses schöne Gefühl der körperlichen Erschöpfung am Abend und die gelegentlichen Blicke hinunter auf den Walensee. Das war einfach klasse und auch wenn ich nicht gerade zum Pisten-Freak geboren bin, habe ich diesen Tag draußen doch sehr genossen.