Zurück in Zürich

Das Wochenende ist vorbei, ich sitze wieder am heimischen Rechner. Viele Anregungen erhielt ich in diesen wenigen Tagen, vor allem durch die Gespräche mit Matthias. Außerdem schaute ich bei einer Großtante vorbei, die in der Nähe von Vallendar wohnt. Es war ein perfekter Überraschungsbesuch, auf gut Glück fuhren wir nach Bad Breisig, ich fragte in einer Tankstelle nach dem Weg, hatte ja schließlich keine Ahnung, wo diese Adresse war und es klappte. Sie hat sich sehr gefreut und uns mit Tee und Kuchen schön bewirtet. Es ist wunderbar, mit einer solch kleinen Geste Freude in den Alltag von Leuten zu bringen. Zudem habe ich nun wohl endgültig meinen Ruf als Lieblingsgroßneffe zementiert.

Samstag abend – Party. Das Megaereignis in Vallendar, denn zu den normalen, ansässigen Studenten gesellen sich Sportler und Anfeurer aus vielen anderen Hochschulen. Der Ort war eine riesige Fabrikhalle. Wärmestrahler sorgten für ein Gefühl industrieller Behaglichkeit, blaue Scheinwerfer strahlten die Wände an und ich fragte mich mal wieder, warum ich an diesem unbehaglichen Ort voller immer lauter werdender Musik war und mit Leuten mich bruchstückhaft brüllend unterhielt, die ich ohnehin in den allermeisten Fällen nicht sympathisch fand und wohl auch nie wieder sehen würde. Obwohl, vielleicht werden sie eines Tages in der Gestalt von externen Beratern in der Firma, wo mich mein Weg hinbringen könnte, aufkreuzen und Schrecken und Verunsicherung über die Belegschaft bringen. Okay, ein klischeehaftes Bild, aber vielleicht gar nicht so unrealistisch. Und es gibt auch da feine Unterschiede. Die Steigerungsform des Beraters (mit einem 14-Stunden-Tag) ist der Investmentbanker, der dann wirklich nur noch seinen Job im Kopf hat (und dann 18 Stunden damit verbringt). Ich fühle mich auf einmal so faul und enstpannt…

Weinblätter in der Nähe von Vallendar[/caption]

Samstag – Wanderung. Weingegend, einmal ging der Weg direkt hindurch. In meinem Kopf hallt noch die Nummer eins der Hitparade des lokalen Radiosenders: “Music was my first love” von Robert Miles. Platz zwei war übrigens “Bohemian Rhapsody” von Queen. Aber das kannte ich ja schon. Dieses Lied von Miles kannte ich weniger. Es ist wunderbar vielgestaltig, es geht schließlich um Musik, von klassisch bis rockig erstreckt sich der Bogen. Dazwischen immer wieder der – zugegebenermaßen recht einfache – Text mit seiner schönen Stimme vorgetragen. Das Lied wird dann immer bombastischer, fast schon zu dick aufgetragen. Aber trotzdem wunderschön. Schließlich mag ich ja Pathos in Musik (siehe Queen).