Frauenkirchen-Mania

Überall stößt man darauf, auf diese große Kuppel im Herzen von Dresden. Ich fühle mich als Dresdner da schon irgendwie betroffen, schließlich bin ich oft an der Baustelle vorbei gelaufen. Und als im letzten Winter die Aussichtsplattform freigegeben wurde, zahlte ich die 5 Euro und sah mir Dresden von diesem ganz besonderen Ort aus an. Schöne Fotos machte ich, der Elbbogen links und der Elbbogen rechts. Links stand noch ein anderer Fotograf im Weg, weshalb ich den rechten Elbbogen mehr mag.

Aber dennoch, irgendwann reicht’s einfach. Und was bei der Eröffnung abging, grenzt schon an einen Kult, wie er bisher nur beim Lenin-Mausoleum in Moskau oder den Uffizien in Florenz anzutreffen war. Tausende Menschen stehen an, nehmen Stunden in der Kälte auf sich, um einen Blick ins Kircheninnere werfen zu dürfen.

Bei einem Telefonat mit Kristina erfuhr ich noch ein paar weitere schockierende Einzelheiten. In der Eröffnungsnacht harrten Hunderte Leute in Schlafsäcken aus, um dann die Ersten zu sein. Eine bunte Sammlung von Globetrotter-Mumien pflasterte den Weg zum neuen sächsischen Heiligtum. Und ich bin hier in Zürich, weit weg von diesem ganzen Rummel.