Wohin, Europa?

Der äußerst lesenswerte ZEIT-Artikel Europa, wir brauchen dich deutet die Probleme bei der Ratifizierung der EU-Verfassung als Kritik am Kapitalismus als vorherrschendem Wirtschaftssystem. Interessant ist nun vor allem die Gegenüberstellung von Kommunismus und Kapitalismus als den beiden dominanten Ideologien des 20. Jahrhunderts.

Kommunismus

Als zentrale Formel des Kommunismus kann gelten:

Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.

Die Probleme, welche dann auch zum Zusammenbruch der meisten kommunistischen oder sozialistischen Nationen führten, waren vor allem mangelnde Eigeninitiative der Bürger und ein allmächtiger Staat.

Kapitalismus

Vordenker des Kapitalismus war Adam Smith, von ihm stammt das folgende Zitat:

Jeder Einzelne ist ständig bemüht, den vorteilhaftesten Einsatz für jegliches Kapital zu finden, über das er verfügt. Es ist aber tatsächlich sein eigener Vorteil und nicht der Nutzen der Gesellschaft, auf den er aus ist. Doch die Suche nach seinem eigenen Vorteil führt ihn auf natürlichem Wege, oder besser notwendigerweise, dazu, den Einsatz zu bevorzugen, der für die Gesellschaft am vorteilhaftesten ist.

Doch leider funktioniert diese “unsichtbare Hand” in der Wirklichkeit nicht, so dass nicht der Wohlstand aller, sondern der zunehmende Reichtum einiger weniger das Resultat ist. Bedenklicher ist die Zerstörung der Umwelt, die ebenfalls eine Folge des kurzfristigen Gewinnstrebens ist.

Synthese

Da somit beide Systeme in ihrer Reinstform als gescheitert gelten müssen, kann nur eine Synthese die Lösung sein. Eine Verbindung der Vorteile beider Systeme.

Als eine Form der Synthese schwebt mir die Vision Parecon vor, ein von Michael Albert propagiertes Wirtschaftssystem (siehe Wikipedia-Eintrag). Auf jeden Fall empfand ich den Artikel als sehr konstruktiven Beitrag zum Thema Kapitalismuskritik.