Jean-Paul Sartre – Das Spiel ist aus

Unlängst habe ich mich ein wenig mit Jean-Paul Sartre beschäftigt. Anstöße erhielt ich auf einem Rhetorik-Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. Ein Physiker aus Berlin stellte in einer seiner Reden das Konzept des Existenzialismus (Wikipedia-Eintrag) kurz vor, als dessen bekanntester Vertreter Sartre gilt. Auch mein langjähriger Mitbewohner Matthias hat mir speziell dieses Buch empfohlen.

Das Buch besteht aus einer filmartig erzählten Handlung. Jeder Abschnitt ist mit seinem Ort überschrieben, oft gibt es schnelle Hin- und Herschnitte zwischen zwei Orten. Es geht um den Arbeiter und Revolutionär Pierre und Eve, die unglücklich verheiratete Frau aus höheren Kreisen. Beide sterben, Pierre durch einen Verräter, Eve wird von ihrem Mann vergiftet. Das Jenseits wird nun so beschrieben, dass die Toten unsichtbar unter den Lebenden wandeln und sich gegenseitig wahrnehmen können. Pierre und Eve treffen sich und verlieben sich ineinander. Sie erhalten eine zweite Chance aufgrund eines Ausnahmeparagrafen, da sie eigentlich füreinander bestimmt gewesen waren. Sie haben 24 Stunden Zeit und sollen sich nur ehrlich lieben. Aber beide wollen bestimmte Dinge regeln, Pierre hat vom Verrat des für den nächsten Tag anberaumten Aufstandes erfahren, Eve möchte verhindern, dass sich ihr Mann an ihre junge Schwester heranmacht. Auch der Klassenunterschied verursacht Zwistigkeiten. Am Ende können beide doch nicht aus ihrer Haut und verpassen die Chance.

Das Stück ist im Grunde kein rein existenzialistisches. Vielmehr ist es dem Determinismus verhaftet, da die Figuren doch nicht über ihre Grenzen gehen können und sich so die Ereignisse wiederholen. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, gegen den erklärten Willen der Hauptfiguren. Auf jeden Fall ein lohnenswertes Stück, das durch die unmittelbare Handlung gut zu verstehen ist. Schwieriger fällt mir die genauere Interpretation.