Paul Celan – Die Todesfuge

Im Rahmen der Literaturvorlesung Literatur der Shoah beschäftigen wir uns mit der Todesfuge von Paul Celan. Es ist für mich das beeindruckendste Gedicht, das ich jemals gehört habe. Es ist so dicht gepackt mit Symbolik, wiederholt sich, variiert – ein geniales Beispiel, was Lyrik alles ausdrücken kann.

Text auf lyrikline.org

Auf den ersten Blick mag das sehr befremdlich wirken, es ist auch zugegebenermaßen kein leichtes Gedicht. Die Ansätze für die Interpretation sind vielfältig, ein paar fallen mir noch ein:

  • Die “schwarze Milch” beschreibt die Grundstimmung, aus dem reinen Weiß wird dunkles Schwarz, schon die Vorstellung, schwarze Milch trinken zu müssen, verursacht Übelkeit. Und diese schwarze Milch durchzieht das gesamte Gedicht.
  • Der einzige Reim (blau – genau) ist am Ende des Gedichts zu finden. Sein Inhalt ist der Tod, der “Meister aus Deutschland”, und die Genauigkeit der industriellen Tötung. Damit bleibt von der deutschen Kultur nur mehr der Tod übrig, die systematische Auslöschung eines Volkes.
  • “Margarethe”, Anspielung auf Gretchen, damit deutsche Kultur
  • “Sulamith”, Anspielung auf jüdische Kultur
  • “spielt auf nun zum Tanz”, die Grundform der Fuge ist eine musikalische Form, an die das Gedicht angelehnt ist, zudem ist es ein weiterer Beleg der Gegenüberstellung deutscher Kultur und dem Unfassbaren (Konzentrationslager)