Zürich-Wochenende

Nach einem halben Jahr war es wirklich Zeit für einen Besuch in der alten Wahlheimat. Anlass war die Aufführung der Geschlossenen Gesellschaft von den dramateuren, meiner alten Theatergruppe. Es war ein Wiedersehen mit vielen liebgewonnenen Menschen und Orten. Schon das Fahren mit dem Tram weckt Erinnerungen, die Geräusche beim Schließen der Türen, die Haltestellenschilder und Papierkörbe – die vielen kleinen Dinge, die den Alltag in Zürich ausmachen. Gern hätte ich noch mehr Leute getroffen, aber wir wollten auch nicht zu sehr stressen und haben nicht zu viel geplant. Weiterlesen →

ASVZ-Lauftraining

Jeden Montag trainieren die Laufinteressierten der Zürcher Hochschulen, in vier Gruppen rennt man an die zehn Kilometer in der Gegend herum. Es gibt natürlich einen Trainingsplan, heute standen vier Durchläufe von 2 min Hügellauf auf dem Programm. Aber erstmal mussten wir ja zu einem Hügel gelangen, wir liefen durch den Irchelpark zum Bucheggplatz, von dort weiter Richtung Hönggerberg, vorn am Waidspital vorbei. Und dann vier mal den Berg rauf. War lustig, ich muss da dran bleiben. Weiterlesen →

Richard Wagner – Lohengrin

Im Opernhaus war ich bisher ein seltener Gast, doch der Besuch von Lohengrin im Zürcher Opernhaus könnte das ändern. Es war eine grandiose Vorstellung, stimm- und bildgewaltig zugleich. Witzig fand ich auch die Inszenierungsidee, die Brabanter als Bayern darzustellen. Und so sah man in den Massenszenen mit gefühlten 100 Leuten dann auch ein Meer von weißen Hemden, Lederhosen und Dirndln. Auch Lohengrin trug Lederhosen, der nicht von einem Schwan gezogen wurde, sondern nach einem grandiosen Menschenwirbel plötzlich im weißen Hemd in der Mitte lag, wie ein Neugeborenes. Weiterlesen →

Wahre Geschichten

Heute fand zum ersten Mal ein Abend des Formats Wahre Geschichten statt, in der Viaduktstrasse 93. Die Idee ist, dass Leute selbst erlebte, wahre Geschichten erzählen, mit minimalen Hilfsmitteln. Im Wesentlichen ein Mikrofon und ein Publikum. Es waren sehr unterschiedliche Geschichten, ein Amerikaner, frisch in Mainz angekommen und in einem thailändischen Restaurant, eine Frau, an deren Tür plötzlich Gäste auftauchen, in der Erwartung, es sei ein Restaurant, die Thurgauer Kindheitserinnerungen einer Frau mit vietnamesischer Mutter und schließlich die Skiferien in Afghanistan mit nächtlichen Fotoausflug zu den weggesprengten Buddha-Statuen. Weiterlesen →

Zürich im November

Ein letzter Sonnensamstag, ich habe Besuch und zeige die schönen Seiten dieser Stadt. Ein Spaziergang in der Altstadt, Peterskirche, die Chagallfenster im Fraumünster, die enge Wendeltreppe im Großmünsterturm, Touristentrauben, Niederdorfstraße, die Steinway-Flügel im Musik-Hug, Lindenhof, Bahnhofstraße, Strauhof-Museum, Polybahn und ETH-Hauptgebäude. Und immer Sonnenschein, entspannte Menschen, die draußen Kaffee genießen – einfach schön. Weiterlesen →

Mutter, Hure, Königin

Das Theater Tamar widmet sich in seiner ersten Produktion den antiken Frauenfiguren Medea, Hekabe und Neaira und schlägt auch einen Bogen zu zeitgenössischen Frauen. Und die Frauen haben es schwer. Schon Euripides legte es seiner Medea in den Mund. Von allen Wesen, die vernunftbegabt auf Erden leben, fiel das schlimmste Los dem Weibe zu. Mit schwerem Gelde müssen wir uns den Gatten kaufen und leibeigen ihm werden; dieses auch. Das drückt noch schwerer. Weiterlesen →

Wintereinbruch Ende Oktober

Es war der früheste Wintereinbruch, an den ich mich erinnern kann. Bereits am 28. Oktober meldete sich der Winter zu Wort und bedeckte Zürich mit einer dicken Schicht Neuschnee. Damit findet der goldene Herbst ein abruptes Ende. Noch vor einer Woche stand ich bei schönstem Herbstwetter auf dem Speer, heute stapfte ich durch die weiße Pracht. Weiterlesen →

Laufen im Irchelpark

Nach dem Hagelsturm vom Sonntag liegen noch etliche Äste und Blätter auf der Finnenbahn. Drei Runden habe ich mir vorgenommen, etwas mehr als drei Kilometer. Nach einer anstrengenden Zeit mit vielen Verpflichtungen brauche ich Zeit für mich, möchte meine vernachlässigte Kondition aufbauen. Und Laufen ist so schön einfach, Turnschuhe an, über die Straße in den Irchelpark und los geht’s. Die Runde ist schön, meist gelenkschonend mit Holzspänen versehen, vorbei am kleinen See, von dem nachts die Frösche lauthals quaken, vorbei am Irchel-Campus, durch einen mit Beton eingefassten Gang der Sportanlage, links die Tennisplätze, um drei runde Türme, in denen wohl Wasser schlummert, rechts der dröhnende Verkehr der Hirschwiesenstraße, durch viel Wald, ein vom Sturm geknickter Zweig hing gestern noch hinunter, matschiger war es hier auch mal, schon fast trocken heute, links die Wiesen vor dem See von der anderen Seite, rechts die Haltestelle Milchbuck, über die steinernen Wege mit langsam trottenden Studenten, ich überhole zwei Joggerinnen, die Beine fühlen sich müde an, nicht übertreiben, drei Runden reichen, mein gescheites Telefon zeichnet alles auf, jetzt spricht sogar eine Stimme mit Angaben zum ersten Kilometer, wird nicht so der Hit heute, ein Tag Pause reichte nicht aus, die Beine sind immer noch schwer. Weiterlesen →

Nachtfahrt

Dresden – Zürich, Entfernung 728 km, Fahrzeit 7:10h Dresden, Rosengarten. Ein bisschen was essen, plaudern. Es ist immer wieder schön, nach Dresden zurückzukehren, aber heute fließt das Gespräch mit ungeahnter Lebendigkeit. Wir sprachen vor allem über Ruby. Das Abendrot lässt selbst die hässlichen Plattenbauten auf der anderen Elbseite toll aussehen. Ach Dresden. Was trieb mich Zugfahrer zu dieser nächtlichen Autogewalttour? Ich muss große Sachen transportieren, Stereo-Anlage, CD-Spieler, DVD-Rekorder, riesige Lautsprecher, Bücher, Negative, Dias, Erinnerungen an meinen Vater. Weiterlesen →

Habe ach! studiert (Studententheater Zürich)

Das StuThe versprach einen Abend frei nach Faust, der sich aber doch nur sehr sporadisch in die freien Szenen aus dem Studentenleben hineingeschlichen hatte. Den roten Faden durch den Abend verkörperte der stets präsente Teufel (Lukas Wallimann), der als Universitätsprofesser einführte und dann auch mal in diesen und mal in jenen Studenten schlüpfte. Der Teufel wollte die Studenten von ihrem geraden Weg des Lernens abbringen, säte Zwietracht in der Bibliothek, weckte den Wunsch nach dem spontanen Wechsel des Studiums, vergällte die Freude an der Forschung, am Arbeits- und Liebesleben und sogar an der Gründung eines eigenen Unternehmens. Weiterlesen →