Romeo und Julia (Schlossspiele Falkenstein 2016)

Um unseren Theaterkollegen Thomas auf der Schlossbühne zu bestaunen, nahmen wir sogar die lange Anfahrt nach Niedergösgen in Kauf. Passend zum Ambiente hatte sich die ansässige Theatergruppe für Romeo und Julia entschieden, eines der bekanntesten Theaterstücke. Dieses Stück hat sehr viele Herausforderungen, an erster Stelle steht sicherlich der Shakespearesche Text in Reimform. Ein solcher Text erfordert ein gutes Sprachgefühl. Um dem engagierten, aber nicht sehr erfahrenen Ensemlbe entgegenzukommen, hatten Adi Blum und Ueli Blum das Original ins Schweizerdeutsche übersetzt, ein heroischer Aufwand, der sich hoffentlich durch viele weitere Aufführungen bezahlt macht. Weiterlesen →

William Shakespeare – König Lear

Das erste Mal hörte ich von König Lear von meinem Englischlehrer Johannes Bonk, der sich immer wieder in der schulischen Theater-AG engagierte. In der Aula unseres ehrwürdigen Schulgebäudes in der Kretschmerstraße gab es eine Vorführung, nicht direkt das Stück, sondern davon inspirierte Szenen. Ich sehe noch die Landkarte vom geteilten Reich vor mir. Das war also der erste Kontakt mit diesem Stoff. Der beste Weg zum Kennenlernen von Theaterstücken ist es, sie gemeinsam mit Freunden zu lesen. Weiterlesen →

Toneelgroep Amsterdam – Romeinse tragedies

Im Rahmen des Zürcher Theaterspektakels besuchte ich heute die Römischen Tragödien der holländischen Gruppe Toneelgroep Amsterdam. Ausgangspunkt der ambitionierten Produktion waren die drei Shakespeare-Tragödien Coriolanus, Julius Caesar, and Antony and Cleopatra. Die Inszenierung nutzte eine moderne Übersetzung ins Holländische (soweit ich das anhand der deutschen Simultanübertitel beurteilen kann) und stellte alle wesentlichen Charaktere in Business-Kleidung dar. Ort war ebenfalls eine Business-Lounge, als Zuschauer konnte man sich frei bewegen. Ich probierte das auch aus, jedoch spielten die meisten Szenen dann doch auf der Bühne zwischen Lounge und Zuschauerraum, so dass man vom normalen Sitzplatz den besten Blick auf die Geschehnisse hatte. Weiterlesen →

William Shakespeare – Richard III.

Was für ein Stück! Ich bin beeindruckt, schwelge immer noch in süßen Erinnerungen. Genial Tom Quaas als machtbesessener Tyrann, der für die Königskrone über Leichen geht und dann, am Ziel seiner Träume, unfähig ist zu regieren. Seine Wandlung vom eiskalten Machtmenschen zum wahnsinnigen, selbstzerstörerischen Diktator war wunderbar zu beobachten. Was ich nicht ganz so toll fand, war die Bühnentechnik, die im Übermaß eingesetzt wurde. Ständig drehte sich eine Wand oder ein Bogen im Kreise herum, diese Drehscheibe nahm einen Großteil der Bühne ein und zwang die Schauspieler gelegentlich zu lustig anzuschauenden Seitwärtsschritten, die so aussehen sollten, als blieben sie am Fleck. Weiterlesen →