Dogville

Nach der Sommerpause schaute ich mal wieder im Schauspielhaus vorbei, das Stück war Dogville nach dem Film von Lars von Trier. Regie führte Stephan Kimming. Eine junge Frau flieht unter ungeklärten Umständen und landet in einem kleinen Dorf am Fuß der Rocky Mountains. Die Bewohner sind erst skeptisch, doch der Schriftsteller Tom kann sie überzeugen, die Fremde (Grace) testweise für zwei Wochen aufzunehmen. Sie arbeitet je eine Stunde für jede der sieben Familien. Weiterlesen →

Henry und seine Gitarre

Gitarre auf der Bühne Für Das einzig Wahre frischte ich meine rudimentären Gitarrenkenntnisse auf, um der Rolle noch etwas musikalische Tiefe zu geben. Da ich nur drei Monate Zeit hatte, nahm ich die Hilfe eines Gitarrenlehrers in Anspruch. Meine Wahl fiel auf Goncalo Crespo, der mich anfangs vor allem durch einen überzeugenden Web-Auftritt begeisterte. Er hat eine sehr strukturierte Art, was mir entgegenkam. Und er kann den Finger genau auf den wunden Punkt legen und die richtigen Übungen vorschlagen. Weiterlesen →

Henrys Gitarre

Wichtige Regel für alle Schauspieler – Wenn dich dein Regisseur fragt, ob du mal ein Instrument gespielt hast, sage nichts! Ich war unvorsichtig und meinte, ich hätte schon mal Gitarre gespielt. So nahm das Unglück seinen Lauf, eine Ensemble-Partnerin brachte ihre Gitarre mit zur Probe, ich besorgte neue Saiten, zog diese auf und stimmte das gute Teil. Und dann kam dieser schöne Moment, als der erste satte a-moll erklang. Tja, dann werde ich mich jetzt wohl wieder mehr mit meiner musikalischen Seite beschäftigen, damit ich bis Februar was habe, was wir den Zuschauern zumuten können. Weiterlesen →

Acht Instrumente zur szenischen Arbeit

Dies ist die Essenz meines langsam zu Ende gehenden Kurses Schauspiel unter Regieanweisung. Acht Instrumente, oder sagen wir Anhaltspunkte für die Arbeit an einer Szene, sei es für Film oder Theater. Und es betrifft Schauspieler und Regisseure. Ereignisse – Was passiert in der Szene? Fakten – Lesen, Lücken füllen Verben – Regieanweisungen als Verben formulieren Bilder – Mit Bildern und anderen Sinneseindrücken arbeiten Physische Aufgabe – Primäre und parallele Tätigkeiten Arbeiten im Moment – Reagieren, improvisieren, gestalten aus dem Moment heraus Zuhören – Ganz beim Anderen sein, reagieren Fragen, fragen, fragen Mit dieser Liste kann man gut an die szenische Arbeit herangehen. Weiterlesen →

Ein idealer Gatte – Zwischenbilanz

Die Energie, die durch das Arbeiten produziert wird, ist wichtiger als alles andere. Lassen Sie sich also nicht davon abhalten, aktiv zu sein, und sei es auch unter den primitivsten Bedingungen, statt Zeit damit zu vergeuden, nach besseren Bedingungen Ausschau zu halten, die sich vielleicht nicht finden lassen. Am Ende zieht Arbeit Arbeit an. Peter Brook, Wanderjahre Wir haben in den ersten drei Monaten der Produktion Ein idealer Gatte viel erreicht. Weiterlesen →

Theater-Handlungen

Als Inspirationsquelle sammle ich hier alle Tätigkeiten, die mir für die Bühne einfallen. Ich überlege gerade, was ich meinen Schauspielern noch zu tun geben könnte für einige lange Szenen im idealen Gatten. Buch lesen Notizen machen Dialog als Telefonat Leiter reinbringen Wein einschenken Essen, trinken Massage Zeitung lesen Kämmen, Schminken Rauchen Kratzen Stricken Wolle wickeln Tisch decken Aufräumen Kleidung an- oder ausziehen Waschen, Zähne putzen Auf dem Handy was nachschauen Dehnübungen, Yoga Eis essen geht auch Weiterlesen →

Der Regisseur

Was bedeutet es eigentlich, Regisseur zu sein? Es ist einer meiner Träume und ich lese viel darüber derzeit. Und so langsam kristallisiert sich heraus, was sich eigentlich dahinter verbirgt. Wenn man einzig die praktische, unmittelbare Seite sieht, tut man als Regisseur folgendes: Einen rätselhaften Beruf hat der Regisseur: Er zieht viele Wochen in leidlich geheizte, große und meistens etwas heruntergekommene Räume und treibt eine Schar unterschiedlichster, zum Teil divenhafter, zum Teil liebenswerter Menschen zu bestimmten Lebensentäußerungen. Weiterlesen →

Regie

Auf zu neuen Herausforderungen – ich werde Regie führen. Um nicht völlig ahnungslos vor erwartungsvollen Schauspielern zu stehen, werde ich mich autodidaktisch vorbereiten. Meine Leseliste umfasst momentan Die Odyssee des Drehbuchschreibers (Christopher Vogler) Dramatisches Schreiben (Lajos Egri) Lektionen 1: Dramaturgie (Bernd Stegemann) Lektionen 2: Regie (Nicole Grönemeyer, Bernd Stegemann) Für weitere Literaturempfehlungen bin ich offen. Spannend ist für mich die Frage nach dem Ganzen, nach dem roten Faden für eine Szene und auch für ein ganzes Stück. Weiterlesen →

Lajos Egri – Dramatisches Schreiben

Die momentane Theaterpause möchte ich nutzen, um mich intensiver mit den Fundamenten des Theaters auseinanderzusetzen. Als Schauspieler versuche ich, den Augenblick auf der Bühne publikumswirksam zu erleben, immer wieder aufs Neue. Die Kenntnis der größeren Zusammenhänge ist dafür nicht unbedingt erforderlich, ein guter Regisseur hat das ominöse Ganze ohnehin im Blick. Aber was genau macht eine gute Szene oder ein gutes Stück aus? Für solche Fragen möchte ich meinen Blick weiten und das Buch The Art of Dramatic Writing von Lajos Egri ist ein guter Anfang. Weiterlesen →

Robert Gernhardt – Toscana-​​Therapie

Karin mag Yoga Gerhard mag Campari Eskalation beim Abendessen Silvia verführt Gerhard Das Stück selbst orientiert sich im Aufbau am Regeldrama. Zu Beginn werden Karin und Gerhard als leicht verstaubtes Akademikerpaar eingeführt, sie genießen die Ferien im toskanischen Landhaus ihres Freundes Dieter. Als gemeinsames Problem existieren zu diesem Zeitpunkt nur der defekte Durchlauferhitzer und Mäusedreck. Ein Anruf von Dieter dient als Katastase (erregender Moment), er kündigt seinen Besuch für das Wochenende an. Weiterlesen →