Romeo und Julia (Schlossspiele Falkenstein 2016)

Um unseren Theaterkollegen Thomas auf der Schlossbühne zu bestaunen, nahmen wir sogar die lange Anfahrt nach Niedergösgen in Kauf. Passend zum Ambiente hatte sich die ansässige Theatergruppe für Romeo und Julia entschieden, eines der bekanntesten Theaterstücke. Dieses Stück hat sehr viele Herausforderungen, an erster Stelle steht sicherlich der Shakespearesche Text in Reimform. Ein solcher Text erfordert ein gutes Sprachgefühl. Um dem engagierten, aber nicht sehr erfahrenen Ensemlbe entgegenzukommen, hatten Adi Blum und Ueli Blum das Original ins Schweizerdeutsche übersetzt, ein heroischer Aufwand, der sich hoffentlich durch viele weitere Aufführungen bezahlt macht. Weiterlesen →

Cyrano

Die Freilichtspiele Chur präsentierten in diesem Jahr eine Inszenierung von Cyrano de Bergerac im Stadtgarten bei der Postremise. Der Titelheld des Stücks ist ein wortgewaltiger Dichter, der auch mit seinem Degen geschickt umzugehen weiß. Sein großes Manko ist jedoch die riesige Nase. Er liebt seine Cousine Roxane, wagt jedoch nicht, ihr seine Gefühle zu gestehen. Als sie ihm offenbart, dass sie einen anderen liebt, ausgerechnet den einfältigen Christian de Neuvillette, entschließt sich Cyrano, ihm dichtend unter die Arme zu greifen. Weiterlesen →

Warten auf Godot (Deutsches Theater Berlin)

Gestern abend lief im Theater Winterthur ein Gastspiel aus Berlin, Warten auf Godot von Samuel Beckett. Es war die letzte Vorstellung dieser Spielzeit, weshalb im Anschluss eine Funk-Band spielte und ein riesiges Buffet aufgebaut wurde. Regie Ivan Panteleev Bühne und Kostüme Mark Lammert Sounddesign Martin Person Dramaturgie Claus Caesar Wladimir Samuel Finzi Estragon Wolfram Koch Pozzo Christian Grashof Lucky Andreas Döhler Die Handlung des Stücks ist nicht sehr umfangreich. Weiterlesen →

Theater als Wahrheit des Augenblicks

William Shakespeare (Chandos-Porträt) Derzeit gedenken viele Theaterenthusiasten des wirkungsmächtigsten Dramatikers aller Zeiten, William Shakespeare. Spiegel Online geht der Frage nach, Was uns Shakespeares Worte heute noch sagen, mit seinen besten Szenen und einer kurzen Analyse. Auch die ZEIT darf nicht fehlen im Reigen der Erinnerung, mit Die Nussschalenkönige. Aus diesem Artikel stammt auch das Brooke-Zitat, welches sehr gut die Doppelbödigkeit des Theaters beschreibt, und auch die Herausforderung als Schauspieler, völlig aufzugehen im Augenblick, obwohl man genau weiß, was kommt und dass es Fiktion ist. Weiterlesen →

Ade, Cricket-Schläger

Henry und der Cricket-Schläger Der Cricket-Schläger ist wieder in Winterthur. Er war für mich das wichtigste Requisit der Produktion Das einzig Wahre. Durch die freundliche Kooperation mit dem Winterthurer Cricket-Club konnte ich ihn bereits im letzten Oktober ausleihen. Ich musste nur den weiten Weg nach Winterthur antreten und den Sportplatz am Deutweg finden, wo gerade ein Schweizer Spitzenspiel ausgetragen wurde. Aber durch die geringe Popularität dieser Sportart hielten sich die Zuschauerzahlen in Grenzen und ich konnte den Spielern sehr nahe kommen. Weiterlesen →

The Grand Budapest Hotel

Ein wunderbarer Film über die Abenteuer des legendären Concierge Gustav H, mit den herrlich schrägen Charakteren, die Wes Anderson in all seinen Filmen liebevoll in Szene setzt. Ganz am Ende folgte noch der Hinweis, dass dieser Film von den Novellen Stefan Zweigs inspiriert sei. Und das stimmt, zuallererst für die verschachtelte Struktur, ganz ähnlich einer Novelle. Die äußerste Hülle bildet in der Gegenwart der Besuch einer Frau am Denkmal eines Schriftstellers, sie hält das Buch The Grand Budapest Hotel in Händen. Weiterlesen →

Das einzig Wahre – Abgesang

Das einzig wahre Ensemble Das einzig Wahre war eine schöne Produktion, die vor einer Woche mit der vorerst letzten Aufführung im GZ Buchegg zu Ende ging. Der anspruchsvolle Text von Tom Stoppard, der um Beziehungen, Treue, Literatur und Kompromisse kreist, hat uns seit letzten September beschäftigt. Mein persönlicher Beitrag war zum Einen die Rolle des Henry, eines gewitzten Schriftstellers, der sich im Lauf des Stückes vom arroganten Snob zum gereiften Snob entwickelt. Weiterlesen →

Henry und seine Gitarre

Gitarre auf der Bühne Für Das einzig Wahre frischte ich meine rudimentären Gitarrenkenntnisse auf, um der Rolle noch etwas musikalische Tiefe zu geben. Da ich nur drei Monate Zeit hatte, nahm ich die Hilfe eines Gitarrenlehrers in Anspruch. Meine Wahl fiel auf Goncalo Crespo, der mich anfangs vor allem durch einen überzeugenden Web-Auftritt begeisterte. Er hat eine sehr strukturierte Art, was mir entgegenkam. Und er kann den Finger genau auf den wunden Punkt legen und die richtigen Übungen vorschlagen. Weiterlesen →

Premiere “Das einzig Wahre”

Das war ein Abend – nach langer Vorbereitung spielten wir heute zum ersten Mal vor Publikum. Zum Glück habe ich am Freitag frei, arbeitsfähig wäre ich sicherlich nicht nach diesem intensiven Abend. Vor diesem Abend hatten wir drei Durchläufe gemacht, und das meiste hat gut geklappt, wir hatten das richtige Maß an Energie, Spielfreude und Leichtigkeit. Vielen Dank an alle Comparis-Leute! Es war echt schön, so viele von euch im Publikum zu sehen. Weiterlesen →